• ISEK
  • Bebauungspläne
  • Lärmschutz
  • Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept

     

    Arbeitskreis gebildet

     Am 02.03.2017 haben interessierte Ortsbürger in einer konstituierenden Sitzung den ersten ISEK-Arbeitskreis gegründet.

    Unter Moderation der Planungsgemeinschaft Heim & Werneke aus Hanau fand ein erster Gedankenaustausch zu den Themenbereichen „Bahnhofsgelände Dettingen“ und „Schleusengehöft Großwelzheim“ statt.

    Eine Dokumentation dieser Veranstaltung finden Sie hier.

    Wer sich speziell für das Thema „Schleusengehöft“ interessiert, ist herzlich zur nächsten Arbeitskreissitzung am

    Donnerstag, 30. März 2017, um 18 Uhr,
    im Vereinsheim des Wassersportclubs Seligenstadt

    eingeladen.

    Der nächste Arbeitskreistermin mit dem Schwerpunkt „Bahnhof“ wird rechtzeitig bekannt gegeben.

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    Bildung eines Arbeitskreises

    Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

    Sie haben in den vergangenen zwei Jahren entscheidend zur Erarbeitung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) für Karlstein a.Main beigetragen.

    Nun soll die Umsetzung wichtiger Handlungsfelder in Arbeitskreisen vorangetrieben werden.

    Aufgegriffen werden zunächst die Themenbereiche „Bahnhofsgelände Dettingen“ und „Schleusengehöft Großwelzheim“.

    Wir laden alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zur konstituierenden Sitzung des ersten Arbeitskreises am

    Donnerstag, 2. März 2017, um 19.30 Uhr, in den Sitzungssaal des Rathauses,

    recht herzlich ein.

    An diesem Abend informiert die Planungsgemeinschaft Heim & Wernecke aus Hanau, die mit der Moderation der Arbeitskreise beauftragt wurde, über die weitere Vorgehensweise.

    Für das Engagement der teilnehmenden Ortsbürger schon heute ein großes Dankeschön.

    Winfried Bruder
    1. Bürgermeister

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    Der ISEK-Endbericht wurde vom Gemeinderat in seiner Sitzung am 11. Mai 2016 gebilligt:

    Es liegt folgende Stellungnahme des Umweltbeirates Karlstein vor, die im weiteren sinne Bestandteil des ISEK ist:

     

     

    Protokolle von bisherigen Veranstaltungen im Zusammenhang mit ISEK

  • Die Gemeinde Karlstein a.Main möchte ihre Bürgerinnen und Bürger sowie Bauwillige und Planende möglichst umfassend über das Bau- und Planungsrecht informieren. Die Darstellung der Bebauungspläne im Internet ist eine zusätzliche Informationsquelle und ein erweitertes Serviceangebot der Gemeindeverwaltung. Die noch nicht in digitaler Form vorliegenden Bebauungspläne können gerne im Bauamt der Gemeinde Karlstein a.Main eingesehen werden. Die Bebaubarkeit einer Liegenschaft kann verbindlich immer nur über eine Bauvoranfrage oder einen Bauantrag geklärt werden.
    Hinweis:
    Bitte beachten sie, dass die pdf-Versionen von digital vorliegenden, rechtskräftigen Bebauungsplänen, die am Bildschirm angezeigt werden und die Sie sich auf Ihren Rechner herunterladen können, selbst keine Rechtskraft besitzen. Rechtskräftig sind lediglich die Original-Bebauungspläne, welche Sie sich im Bauamt anschauen können.

     

    Am Kieswerk Herzberg

    1. Änderung Straßenbreite

     

    Am Kimmelsteich – Südlich der Walinesheimer Straße

    1. Änderung Walinesheimer Straße
    2. Änderung Walinesheimer Straße

     

    Am Seegraben – südlich der Trierer Straße

    1. Änderung Grubenweg
    2. Änderung Grubenweg
    3. Änderung Kimmelsteich
    4. Änderung – Am Seegraben – südlich der Trierer Straße

     

    Am Stadtweg links

    1. Änderung – Am Stadtweg links

     

    Am Stadtweg rechts

    1. Änderung – Am Stadtweg

     

    An der Beethovenstraße

     

    Bornfeld

    1. Änderung

     

    Industriegebiet-An der Pfingstweide

    1. Änderung – Industriegebiet-An der Pfingstweide

     

    Industriegebiet-An der Pfingstweide II

     

    Baumstücke

    1. Änderung
    2. Änderung – Tektur

     

    Birkenstraße

     

    Heckengelände

     

    Hinter den Weingärten

     

    Hinter der Hörsteiner Straße

    1. Änderung

     

    Lindig

    1. Änderung
    2. Änderung
    3. Änderung
    4. Änderung
    5. Änderung
    6. Änderung
    7. Änderung

     

    Nördlich der Hörsteiner Straße

     

    Nördlich der Karlsbader Straße – Königsberger Straße

     

    Nördlich der Seligenstädter Straße

     

    Nordöstliches Baugebiet Auf die Landstraße

    1. Änderung 1990
    2. Änderung 1994

     

    Östlich der B8

    1. Änderung
    2. Änderung

     

    Schutzhecke

    1. Änderung – Tektur
    2. Änderung
    3. Änderung

     

    Südlich der Frankenstraße

     

    Südlich der Karlsbader Straße – Königsberger Straße

    1. Änderung

     

    Zwischen B8 und Bruchhäuser Weg

     

    Zwischen-B8-und-Mainufer

    1. Änderung

     

    Zwischen B8 und Mainufer

     

    Zwischen B8 und Mainvorland

     

    Zwischen Sudetenstraße und Am Haggraben

  • Lärmschutz

    Start der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Lärmaktionsplanung des Eisenbahn-Bundesamtes – Fristverlängerung

    Die Regierung von Unterfranken hat die Gemeinde informiert, dass das Eisenbahn-Bundesamt eine Öffentlichkeitsbeteiligung mit Hilfe einer online-basierten Befragung in zwei Phasen durchführen wird. Bis zum 30.6.2015 können Betroffene dem Eisenbahn-Bundesamt wichtige Informationen zu ihrer persönlichen Lärmbelästigung übermitteln (erste Phase). Neben den von Eisenbahnlärm betroffenen Bürgern, erhalten auch Organisationen, Vereinigungen und Initiativen die Möglichkeit sich zu beteiligen.
    Laut Kartierungsergebnissen des Eisenbahn-Bundesamtes liegt in Karlstein ein Lärmbrennpunkt vor (s. nachfolgenden Auszug):

    Brennpunktliste Eisenbahnlärm 2015 – Bayern

    GKZ: 9671114
    Gemeindename: Karlstein a.Main
    REG.-NAME: Unterfranken

    Auswertung Bayer. Landesamt für Umwelt (LfU):

    Anzahl Betroffener LDEN > 70 dB(A): 100
    Anzahl Betroffener LNight > 60 dB(A): 200
    Brennpunkt (LfU): ja

    Auswertung Eisenbahn-Bundesamt (EBA):

    Anzahl Betroffener LDEN > 70 dB(A): 250
    Anzahl Betroffener LNight > 60 dB(A): 430
    Brennpunkt (EBA): ja

    Die Beteiligungsplattform kann unter folgendem Link erreicht werden:
    http://www.laermaktionsplanung-schiene.de

    Schriftliche Anfragen richten Sie bitte an das
    Eisenbahn-Bundesamt
    Referat 45
    Heinemannstraße 6
    53175 Bonn

    Schallpegelmessungen im Gemeindegebiet Karlstein

    Das Büro Wölfel aus Höchberg hat in der Gemeinderatsitzung am 10.12.2014 die Ergebnisse der Geräuschmessungen in Karlstein erläutert.
    Die Unterlagen haben während der allgemeinen Öffnungszeiten im Rathaus ausgelegen.
    Wer Interesse hat, kann den Messbericht ab sofort bei der Gemeindeverwaltung per E-Mail (gemeinde@karlstein.de) anfordern.

    Öffentliche Informationsveranstaltung zur Ortsumgehung Karlstein (Planung und Lärmschutz)

    Am Donnerstag, den 5. Juni 2014 in Karlstein a.Main um 19.30 Uhr im Rudolf-Wöhrl-Pavillon, Am Oberborn 1
    Zur Informationsveranstaltung waren geladen und erschienen:

    • Herr Winfried Bruder, 1. Bürgermeister, Gemeinde Karlstein
    • Herr Wolfgang Maier, stellvertretender Leiter, Staatliches Bauamt Aschaffenburg
    • Frau Ingrid Ringelhan, technische Sachbearbeiterin, Staatliches Bauamt Aschaffenburg
    • Herr Roland Vornberger, Planungsbüro Obermeyer, Aschaffenburg
    • Herr Dr. Wolfgang Herrmann, Planungsbüro Obermeyer, Aschaffenburg
    • Frau Kerstin Schleer, Planungsbüro Obermeyer, Aschaffenburg

    Insgesamt waren 157 Teilnehmer anwesend, davon 152 Einwohner der Gemeinde Karlstein
    (siehe Teilnehmerliste).

    Schriftführer war:
    Tilman Schäfer, Gemeinde Karlstein a.Main

    Bürgermeister Bruder begrüßte alle Anwesenden und übergab das Wort zunächst an Herrn Vornberger, den zuständigen Projektleiter des Planungsbüros Obermeyer aus Aschaffenburg.

    Ausgangslage und Planung der Ortsumgehung

    Grundlage der Planung war zunächst eine Verkehrszählung aus dem Jahr 2007, wobei 2011 eine erneute Verkehrszählung durchgeführt wurde. Dabei wurden für die Hanauer Landstraße (Ortsdurchfahrt zwischen den Kreisverkehren Dettingen und Großwelzheim) sowie für die Neue Hörsteiner Straße (zwischen dem Kreisverkehr Dettingen und Industriegebiet Alzenau-Süd) folgende Fahrzeuge pro Tag ermittelt:

    Verkehrszählung 2007 Verkehrszählung 2011
    Hanauer Landstraße
    (B8 bzw. mittlerweile St 3308)
    11.650 – 16.780 9.090 – 14.290
    Neue Hörsteiner Straße
    (St 2443)
    4.300 – 9.940 3.410 – 7.800

    Anschließend wurde eine Verkehrsprognose für das Jahr 2025 erstellt – einmal als „Plan­fall“ mit der geplanten Ortsumgehung und einmal als „Nullfall“ ohne bauliche Änderung:

    Nullfall Planfall
    Hanauer Landstraße
    (Ortsdurchfahrt)
    13.250 – 19.050 4.000 – 6.850
    Neue Hörsteiner Straße
    (St 2443)
    5.450 – 11.400 11.250 – 12.700
    Neue Ortsumgehung
    (voraussichtlich St 3308)
    13.200 – 14.450

    Auf Nachfrage eines Bürgers ergänzte Herr Vornberger, dass der Anteil des Lkw-Verkehrs auf der neuen Ortsumgehung auf ca. 8 % geschätzt wird.

    Im Weiteren erläuterte Herr Vornberger die Planungsdetails der neuen Ortsumgehung (Ver­lauf und Anbindung an das vorhandene Straßennetz, Lichtsignalanlagen, Unterführungen für Fußgänger und Radfahrer etc.).

    Lärmsituation an der Ortsumgehung und der St 2443
    Anschließend erklärte Herr Dr. Herrmann das Verfahren und das Ergebnis der Lärmberech­nung sowie etwaige Konsequenzen hieraus.
    Zunächst wies er darauf hin, dass nach der Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV) für Straßenbaumaßnahmen bundeseinheitlich das Berechnungsverfahren RLS 90 (Straße) anzu­wen­den ist. Dabei handelt es sich um ein jahrelang erprobtes Verfahren, dessen Rechtmäßig­keit auch schon höchstrichterlich durch das Bundesverwaltungsgericht bestätigt worden ist.

    Ortsbürger hatten im Vorfeld eine ganzheitliche Betrachtung des Lärms von neuer Ortsum­gehung, bestehender St 2443, der A 45, der Eisenbahnstrecke sowie des bestehenden Industrie­gebiets Alzenau-Süd und des geplanten Gewerbegebiets Frankenstraße gefordert. Dies ist je­doch laut Herrn Dr. Herrmann nicht möglich. Denn nach dem Regelwerk werden Lärmbe­rech­­nungen für jedes Bauvorhaben separat und nur für solche Verkehrswege durchgeführt, welche neu gebaut oder baulich wesentlich verändert werden. Letzteres wäre etwa der Fall bei einer bestehenden Straße, welche um zusätzliche Fahrspuren erweitert wird. Bei der St 2443 liegt je­doch keine wesent­liche Änderung im Sinne des § 1 Abs. 2 der 16. BImSchV vor, auch wenn sie durch den Neubau der Ortsumgehung ggf. zusätzlichen Verkehr aufnimmt.
    Auch die Autobahn A 45, die Eisenbahnstrecke und die Industrie- und Gewerbegebiete können aus den genannten Gründen nicht bei der Lärmberechnung berücksichtigt werden.

    Berücksichtigt werden jedoch natürliche oder bauliche Hindernisse wie etwa Gebäude des In­dustriegebiets Alzenau-Süd, welche geeignet sind, den Schall zu reflektieren. Allerdings gibt Herr Dr. Herrmann zu bedenken, dass der Schall durch derartige Hindernisse auch deutlich abge­schwächt wird, weshalb sie zumindest auf die Lärmentwicklung der neuen Ortsumgeh­ung keinen gravierenden Einfluss haben.
    Zu Gunsten der Anlieger wurde bei der Lärmberechnung ein Gegenwind von 3 m/s berück­sich­­tigt. Auch wurde von den höheren Verkehrszahlen ausgegangen, welche für das Jahr 2025 prognostiziert wurden.
    Lärmmessungen werden grundsätzlich nicht durchgeführt, da dabei stets nur die aktuelle Situation erfasst und zudem das Ergebnis durch Zufallsereig­nisse oder ungünstige Wind­- und Wetterverhältnisse verzerrt werden kann. Herr Dr. Herrmann berichtete jedoch aus Erfahrung, dass Lärmberechnungen aus genannten Gründen nur in den seltensten Fällen niedrigere Werte ergeben wie Lärmmessungen.

    Insgesamt wurde für die Ortsumgehung eine Lärmentwicklung berechnet, welche deutlich un­ter den für die jeweiligen Gebietsarten geltenden Immissionsrichtwerten und erst recht unter der gesundheitsgefährdenden Schwelle von 70 dB(A) bei Tag bzw. 60 dB(A) bei Nacht liegt. Nach der 16. BImSchV bzw. der RLS 90 besteht somit kein Anspruch auf Schallschutzmaß­nahmen. Die Anlieger der neuen Ortsumgehung können weder aktiven Schallschutz (z.B. Lärm­schutz­wände oder Hügel) noch passiven Schallschutz (z.B. Kostenerstattung für Schall­schutzfens­ter) verlangen.

    Ergänzend wies Herr Bürgermeister Bruder auf eine Festsetzung im Bebauungsplan „Nörd­lich der Hörsteiner Straße“ von 2001 hin, welcher nur für die letzten fünf Baugrundstücke auf der nördlichen Straßenseite der Hörsteiner Straße (Hsnr. 49-57) gilt. Hierin heißt es:
    „Auf die Vorbelastung des Planbereiches durch die Verkehrslärmimmissionen der Hörsteiner Straße und der Neuen Hörsteiner Straße (St 2443) wird hingewiesen. Sollte sich durch die Verkehrslärmimmissionen dieser Straßen das Erfordernis von Schutzmaßnahmen er­geben, sind diese auf Kosten der Grundstückseigentümer in Form von passiven Lärmschutz­maßnah­men (z.B. Lärmschutzfenster o.ä.) zu realisieren.“

    Eine ähnliche, jedoch noch weiter gefasste Festsetzung enthält auch der Bebauungsplan „Hin­ter der Hörsteiner Straße“ für die Häuser Hörsteiner Straße 7 bis 29, Auwanne 4 und 7 sowie für die Auenstraße, Vinzenz-Rüfner-Straße und den Teichweg:
    „Sollte der äquivalente Dauerschallpegel den zulässigen Planungsrichtpegel für ein allgemei­nes Wohngebiet WA von 55/40 dB(A) um mehr als 10 – d.i. 65/50 dB(A) – überschreiten, so sind geeignete und ausreichende bauliche sonstige Schallschutzmaßnahmen nach der Be­kannt­machung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern vom 13.03.1973 (MABl. S.252) vorzusehen (d.h. Schallschutzfenster einzubauen).“

    Lärmsituation an der Autobahn A 45
    Angesprochen auf den zunehmenden Lärm der Autobahn A 45 erklärte Herr Bürgermeister Bruder, dass er mit der zuständigen Autobahndirektion Nordbayern Kontakt hatte:

    • Die Bäume auf dem Mittelstreifen hätten aus Sicherheitsgründen abgeholzt werden müssen, da es sich um Ulmen handelte, welche schon seit Jahren von Krankheiten bedroht sind. Es sind jedoch Ersatzpflanzungen geeigneterer Bäume geplant.
    • Die Bäume am Rande der Autobahn hingegen mussten gerodet werden, um Platz für Licht­­wellenleiter-Kabel zu schaffen.
    • Auf Wunsch der Gemeinde hat die Autobahndirektion eine Lärmberechnung durchge­führt. Der errechnete Lärm für die Wohngebiete in Karlstein lag jedoch deutlich unter den Werten, die Schallschutzmaßnahmen begründen würden (59 dB(A) nachts und 69 dB(A) tagsüber).

    Lärmsituation am Industriegebiet Alzenau-Süd
    Laut Bebauungsplan von 1999 sind die Flächen im Industriegebiet Alzenau-Süd als „abge­stuf­tes Industriegebiet“ klassifiziert. Von einem kleinen Abschnitt bei der Fa. Neckermann (heute Logwin) zum Wohn- und Gewerbegebiet Am Kieswerk hin abgesehen, gilt für alle Betriebe folgende Festsetzung:
    „Die Betriebe (…) haben durch ein schalltechnisches Gutachten einer nach § 26 BImSchG
    an­erkannten Messstelle bei Antragstellung im bau-/immissionsschutzrechtlichen Genehmi­gungsverfahren nachzuweisen, dass unter Berücksichtigung der Summenwirkung die zu­lässigen Immissionsrichtwerte der benachbarten Baugebiete in der Gemarkung Karlstein – Dettingen eingehalten werden.“

    Aussprache

    Manuela Ballmann, Lindigstraße 4, merkte an, dass sich Anwohner trotzdem eine gesamtheit­liche Betrachtung des Lärms wünschten und ein Engagement über die gesetzlichen Mindest­standards hinaus. Einst hätten die Anwohner dort gebaut und für die ruhige Lage weitere Wege und teurere Grundstückspreise in Kauf genommen, nun würden sie hierfür bestraft.

    Hierauf entgegnete Bürgermeister Bruder, dass das Berechnungsverfahren für Straßenbau­maßnahmen dieser Art gesetzlich vorgeschrieben sei, die Gemeinde jedoch bereits eine sepa­rate Lärmberechnung angefragt habe, in die alle Lärmquellen wie St 2443, A 45 oder Bahn­strecke mit einfließen werden. Im Übrigen sei es der Sinn dieser Veranstaltung, im Ge­spräch mit den betroffenen Anwohnern offene Fragen zu klären und mögliche Änderungen zu be­sprechen.

    Herr Maier räumte ein, dass die Anwohner der St 2443 bereits jetzt belastet seien, jedoch in einem Maße, welches vom Gesetzgeber als zumutbar erachtet wird. Im Übrigen bezweifelte er, dass die mit dem Bau der Umgehungsstraße verbundene leichte Erhöhung des Verkehrs­auf­kommens auf der St 2443 wirklich zu spürbar mehr Lärm führen würde. Selbst eine Ver­doppelung des Verkehrs würde gerade einmal zu einem Anstieg um etwa 3 dB(A) führen, was nur knapp über der Hörbarkeitsschwelle liegt.

    Wolfgang Dörner, Fliederweg 5, würde sich eine Überprüfung der Lärmberech­nung an­hand einzelner Lärmmessungen wünschen. Dies lehnte Herr Maier mit Verweis auf die klaren Richtlinien ab. Allerdings stünde es der Gemeinde Karlstein frei, jetzt oder später freiwillige Messungen durchführen zu lassen.

    Christel Moser, Am Humelsee 12, bemängelte, dass auf den durch ihre Initiative eingereich­ten Fragenkatalog bislang nicht eingegangen wurde. Bürgermeister Bruder hielt dem jedoch ent­gegen, dass er die Fragen erst am Montag, also drei Tage vor der Informationsveranstal­tung erhalten habe. Einige der Fragen werden schon im Rahmen dieser Veranstaltung beant­wortet.

    Sven Rienecker, Hörsteiner Straße 43, erläuterte, dass sein Wohngebiet schon jetzt sehr be­troffen ist durch den Lärm der St 2443, der A 45 und der Bahn. Besonders störend sei der Lkw-Verkehr, welcher schon 30 % des Verkehrs auf der A 45 und über 40 % des Verkehrs auf der St 2443 ausmachen würde. Die Gesundheitsgefahren von Lärm würden seiner Meinung nach unterschätzt. So gebe es auch Meinungen von Wissenschaftlern, wonach Lärm schon ab 45 dB(A) gesundheitsgefährdend sei. Herr Rie­necker forderte daher eine andere Trassen­führung für die Ortsumgehung zu prüfen. Sollte es keine Alternative geben, sei aktiver Schallschutz seitens der Gemeinde erforderlich.

    Zur Geschwindigkeit auf der neuen Ortsumgehung erklärte Herr Vornberger auf die Frage ei­ner Anwohnerin hin, dass die Regelgeschwindigkeit für Straßen außerorts gemäß Straßen­ver­kehrsordnung bei 100 km/h liege. Zwar sei es möglich, dass das Landratsamt in Koopera­tion mit dem Staatlichen Bauamt an den Kreuzungen sowie am Beginn und am Ende der Straße eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 km/h anordne; diese dürfte jedoch nur stellen­weise zulässig sein. Bei der Lärmberechnung sei von durchgehend 100 km/h ausge­gangen worden.

    Auf Nachfrage erinnerte Herr Vornberger nochmals daran, dass die Lärmberechnung nach RLS 90 verpflichtend sei und es aus rechtlicher Sicht keine Alternative gebe. Im Planfest­stellungsverfahren werden die Berechnungen jedoch nochmal durch das Landesamt für Um­welt als Fachbehörde für Immissionsschutz geprüft. Darüber hinaus liegen während des Ver­fahrens alle Unterlagen einschließlich der Berechnungen im Rathaus zur Einsichtnahme aus, die Anwohner haben überdies das Recht Einwendungen zu erheben, welche dann rechtlich ge­prüft und im Rahmen eines Erörterungstermins besprochen werden.

    Christa Eisert, Hörsteiner Straße 58, wies darauf hin, dass aufgrund der Ortsumgehung deut­lich mehr Fahrzeuge von Kleinostheim bzw. der Lindighalle über die St 2443 fahren dürften. Auf die Frage hin, ob diese Verkehrszunahme berücksichtigt worden ist, entgegnet Herr Dr. Herr­mann, dass in der Gegenrichtung mit einer vergleichbaren Abnahme des Verkehrs zu rechnen ist, womit der Verkehr insgesamt nicht wesentlich zunimmt.

    Als Anwohner der Hanauer Landstraße meldete sich Alwin Wille zu Wort. Auch die Ver­kehrs­­­­stärke in der Ortsdurchfahrt habe sich im Laufe der Jahre drastisch erhöht, von ursprüng­lich einigen hundert Fahrzeugen am Tag (1960) bis ca. 16.000 Fahrzeugen heute. All diese Fahrzeuge fahren teils gerade einmal mit einem Abstand von 3 m an den Häusern vorbei, wäh­­­rend der Abstand auf der neuen Ortsumgehung 150 bis 300 m beträgt. Gerade weil Lärm auf Dauer krank mache, wünscht er sich mehr Solidarität und fordert, den Bau der Ortsum­gehung nicht weiter zu verzögern. Im Gegen­zug fände er es sinnvoll, dass die Gemeinde – dort wo es Sinn macht – auf eigene Kosten Lärmschutzmaßnahmen für die Anlieger der neu­en Ortsum­gehung herstellt. Die Aussagen von Herrn Wille erhalten allgemeine Zustimmung.

    Auch Günther Obermeier, Hanauer Landstraße 92 A, würde sich mehr Solidarität wünschen, gleichzeitig hält er den zusätzlichen Lärm im Bereich der neuen Ortsumgehung für zumutbar. Eine endlose lange Mauer entlang der St 2443 bzw. der Ortsumgehung fände er nicht sinnvoll und auch optisch fragwürdig.

    Sibylla Aue, Lindigstraße 1, bat darum, auch für mehr Lärmschutz in der Lindigsiedlung zu sorgen. Gerade die Brücke der St 2443 mit ihren Dehnungsfugen sei sehr laut.

    Auch Ralf Emge, Am Friedhof 4, würde sich mehr Lärmschutz für die bestehende St 2443 wünschen. Viele Fahrer gäben auf Höhe seines Grundstücks richtig Gas, wenn sie aus dem Kreisverkehr an der Lindighalle die St 2443 hochfuhren. Außerdem wies Herr Emge auf die prognostizierte Steigerung des Verkehrsaufkommens hin, welches bis 2025 von 7.650 auf über 12.000 Kfz/Tag steigen soll, was auch Herr Vornberger einräumt. Herr Emge würde es begrüßen, wenn die Gemeinde die bei der Veranstaltung gezeigten Informationen und Doku­mente auch im Internet veröffentlichen könnte.

    Svenja Ott, Hörsteiner Straße 62, führte aus, dass sie seit ihrer Geburt vor 20 Jahren ca. 30 m von der St 2443 entfernt lebt und seit jeher durch den Lärm gestört wurde. Schlafen oder auch kon­zentriert Hausaufgaben machen war bei offenem Fenster seit jeher unmöglich. Bereits 2002 hatten ihre Eltern Lärmschutz bei der Gemeinde Karlstein bzw. beim Staatlichen Bau­amt Aschaffenburg beantragt, was jedoch abgelehnt wurde.

    Christel Moser fasste eine sehr negative Prognose hinsichtlich der neuen Ortsumgehung. Die Anwohner würden eine neue B8 vor die Tür bekommen und nie wieder Frieden haben, son­dern von allen Seiten durch Lärm und Feinstaub belästigt werden. Auch die Grundstücke würden immer weniger wert. Ein Problem sei nicht nur die neue Straße und die alte St 2443, son­dern auch die Auslieferungslager im Industriegebiet Alzenau-Süd, die A 45, das Kieswerk Herbert & Volz und besonders die Bahnstrecke, hier besonders die alten Güterzüge.

    Gemeinderat Roland Merget äußerte Verständnis mit den Anwohnern und unterstützt ein Lärm­gutachten, welches alle Lärmquellen und ihre Wechselwirkungen berücksichtige. Im gesetzlichen Rahmen sei wohl kein Lärmschutz zu erwarten, deshalb müsse die Gemeinde selbst, gegebenenfalls auf eigene Kosten, tätig werden. Er kündigte an, eine entsprechende Initiative im Gemeinderat zu unterstützen.

    Herr Maier bekräftigte nochmal, dass seine Behörde angesichts des klaren Ergebnisses der Lärmberech­nung keine Lärmschutzmaßnahmen ergreifen wird. Allerdings kündigte er auch an, die Gemeinde Karlstein bei ihrer Suche nach Maßnahmen sowie ggf. nach Kompromiss­lösungen zu unterstützen und etwaige Spielräume auszunutzen. So werde das Staatliche Bau­amt bei Sanierungsarbeiten den vorhandenen Asphalt durch lärmärmere Beläge ersetzen.

    Bürgermeister Bruder fasste zusammen, dass auf mehrmalige Nachfrage generell eine Zu­stimmung zu der geplanten Ortsumgehung herrscht. Die Überprüfung sinnvoller Lärmschutz­maßnahmen und deren Umsetzung habe daher nun für ihn oberste Priorität.

    Hierüber herrschte bei einer Mehrheit der Anwesenden Einverständnis.

    Melanie Walter äußerte sich hingegen als einzige Teilnehmerin, dass sie als Anwohnerin Wert darauf lege, der neuen Ortsumgehung zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zuzustimmen.